Was tun im Todesfall? Die ersten Schritte
Von der Todesliste-Redaktion erstellt und geprüftZuletzt geprüft: Lesezeit: 3 Min.
Wenn ein Mensch stirbt, musst Du in einer ohnehin schweren Zeit viele Dinge regeln – einige davon innerhalb enger Fristen. Dieser Überblick ordnet die ersten Schritte nach Dringlichkeit, damit nichts Wichtiges untergeht. Nimm Dir Zeit für den Abschied; das Organisatorische lässt sich Schritt für Schritt erledigen.
Sofort: Tod feststellen lassen
Der erste Schritt ist immer die ärztliche Feststellung des Todes. Stirbt jemand zu Hause, rufe den Hausarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117), in Notfällen den Rettungsdienst (112). Der Arzt stellt den Tod fest und stellt den Totenschein (die Todesbescheinigung) aus – das zentrale Dokument, ohne das keine weiteren Schritte möglich sind.
Bei einem Sterbefall im Krankenhaus oder Pflegeheim übernimmt die Einrichtung die Feststellung. Du wirst benachrichtigt und kannst Dich auf die Organisation konzentrieren.
Es gibt keinen Grund zur Eile in der ersten Stunde. Nimm Dir Zeit für den Abschied. Erst danach beginnt das Organisatorische.
In den ersten Tagen: Bestatter, Urkunden, Arbeitgeber
In den ersten ein bis drei Tagen stehen die Aufgaben an, die nicht warten können:
- Bestattungsinstitut beauftragen – es übernimmt die Überführung und unterstützt bei vielen Formalitäten.
- Wichtige Unterlagen zusammensuchen: Personalausweis, Geburts- und Heiratsurkunde, Stammbuch, Krankenversicherungskarte und einen eventuellen Bestattungsvorsorgevertrag.
- Sterbefall beim Standesamt anzeigen und die Sterbeurkunde beantragen – in der Regel erledigt das der Bestatter, oft brauchst Du mehrere Ausfertigungen.
- Arbeitgeber der verstorbenen Person informieren.
- Nach einem Testament suchen und es – falls vorhanden – beim Nachlassgericht abgeben (Ablieferungspflicht).
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Zur ChecklisteIn den ersten Wochen: Versicherungen, Verträge, Behörden
Sobald die Sterbeurkunde vorliegt, lassen sich die meisten weiteren Stellen benachrichtigen. Viele Fristen knüpfen an den Erhalt der Urkunde an:
- Lebens- und Unfallversicherungen melden – hier gelten oft kurze Meldefristen (teils 48 bis 72 Stunden laut Vertrag).
- Krankenkasse, Rentenversicherung und gegebenenfalls Versorgungswerk informieren.
- Laufende Verträge kündigen oder umschreiben: Strom, Gas, Telefon, Internet, Streaming, Abos, Mitgliedschaften.
- Banken und Sparkassen benachrichtigen und den Zugriff auf Konten klären.
- Mietverhältnis prüfen: Es gelten besondere Kündigungs- und Eintrittsregeln.
- Erbschein beim Nachlassgericht beantragen, falls er benötigt wird.
Fordere beim Standesamt gleich mehrere Ausfertigungen der Sterbeurkunde an. Viele Stellen – Versicherungen, Banken, Rentenkasse – verlangen jeweils ein Original.
Den Überblick behalten
Die Aufgaben verteilen sich über Stunden, Tage und Wochen – und viele hängen voneinander ab. Eine geordnete Checkliste verhindert, dass eine fristgebundene Meldung untergeht, während Du Dich um anderes kümmerst. Hake ab, was erledigt ist, und notiere Dir offene Punkte.
Häufige Fragen
- Was muss ich als Erstes tun, wenn jemand stirbt?
- Lass zuerst den Tod ärztlich feststellen – zu Hause über den Hausarzt oder den Bereitschaftsdienst (116117), im Notfall über 112. Der Arzt stellt den Totenschein aus, ohne den keine weiteren Schritte möglich sind. Alles Weitere hat danach Zeit.
- Wie schnell muss ein Bestatter beauftragt werden?
- In den ersten ein bis drei Tagen. Der Bestatter übernimmt die Überführung und unterstützt bei der Anzeige des Sterbefalls und der Sterbeurkunde. Du kannst in Ruhe mehrere Angebote vergleichen.
- Muss ich ein Testament abgeben?
- Ja. Findest Du ein Testament, bist Du verpflichtet, es beim Nachlassgericht abzugeben (Ablieferungspflicht) – auch dann, wenn Du selbst nicht begünstigt bist.



